Fundraising in Europa – Ein Blick zurück und nach vorn

Das Jahr 2025 war für den gemeinnützigen Sektor in vielen europäischen Ländern herausfordernd – geprägt von steigendem Kostendruck, politischen Spannungen und einem zunehmend digitalen Umfeld. Gleichzeitig zeigt sich die Resilienz der Zivilgesellschaft und neue Chancen für zukunftsweisendes Fundraising. Diese Entwicklungen beleuchtet der Jahresrückblick European Fundraising Association (EFA).

Österreich im Fokus: Starke Spendenbereitschaft trotz Herausforderungen

Ruth Williams, Geschäftsführerin des Fundraising Verband Austria, hebt hervor, dass der österreichische Sektor im vergangenen Jahr vor mehreren zentralen Herausforderungen stand: steigende Betriebskosten, eine alternde Spenderbasis, zunehmende Schwierigkeiten bei der Gewinnung jüngerer Zielgruppen sowie ein Mangel an qualifiziertem Fundraising-Personal. Auch Veränderungen bei META und gesetzliche Vorgaben wie der IBAN-Namensabgleich wirkten sich spürbar auf die Spendenkommunikation aus.

Trotz dieser Hürden zeigt sich eine sehr positive Spendenlandschaft: Die gesamtzivilgesellschaftliche Spendenaktivität blieb hoch, mit insgesamt 1,07 Mrd. € an Zuwendungen und einer Spenderquote von 79 % der Bevölkerung (mehr dazu in unserem Spendenbericht 2025). Besonders auffällig ist der wachsende Trend zu Testamentsspenden, die einen bedeutenden Teil der Einnahmen ausmachen. Zudem hat die umfassende Gemeinnützigkeitsreform die Zahl steuerlich begünstigter Organisationen deutlich ausgeweitet – ein konkreter Entwicklungsschritt für mehr Diversität und Teilhabe im österreichischen Fundraising.

Für 2026 rechnet Williams mit weiteren Chancen, etwa durch grüne Finanzierungsformen, ESG-Projekte und digitalen Innovationen, und betont zugleich die Notwendigkeit, technologische wie gesellschaftliche Veränderungen aktiv mitzugestalten.

Europaweit: Trends, Herausforderungen und Chancen

Über Österreich hinaus zeigen die Expert:innen aus anderen Ländern einige wiederkehrende Muster für 2025 und 2026:

  • Politische Spannungen und sinkender öffentlicher Raum erschweren operative Rahmenbedingungen.
  • Digitale Transformation und KI-Nutzung bieten neue Wege zur Effizienzsteigerung, gleichzeitig stellen sie ethische und datenrechtliche Anforderungen.
  • Spenderverhalten verändert sich: Langfristige Bindung, digitale Journeys und multikanale Strategien gewinnen an Bedeutung.
  • Viele Organisationen setzen verstärkt auf Wissenstransfer, Zusammenarbeit und Advocacy-Initiativen, um gemeinsam resilienter zu werden.

Diese vielfältigen Einblicke unterstreichen, wie wichtig strategische Fundraising-Kompetenz, Innovation und sektorübergreifende Vernetzung sind, um auch in einem unsicheren Umfeld erfolgreich zu bleiben. Lesen Sie mehr darüber auf der Website des EFA: Jetzt lesen.

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